lüfterloser HiFi Car PC Kino Atom


Hier stelle ich Euch meinen HiFi Car PC vor. Das besondere daran ist die Verwendung zweier
PCI-Soundkarten mit voller Bauhöhe, Passivkühlung und das Eigenbau Low-Cost Gehäuse.
Das Kino-Board ist zwar passiv gekühlt, jedoch strahlen die 2 Soundkarten im Dauerbetrieb soviel Wärme ab,
dass das Mainboard zweifelsohne überhitzen würde. Deshalb die Kühlung über die seitlichen Kühlkörper.
Kleiner geht es nicht mit den verbauten Komponenten: Breite 315mm, Höhe 65mm, Tiefe 201mm.
Ein kleines fertiges Gehäuse gibt es nicht mit 2xPCI Slots (volle Bauhöhe) und Passivkühlung,
am ähnlichsten ist das Casetronic C137 , es ist aber um einiges grösser und ohne Passivkühlung.
Der Nachbau mit 2Stk CreativeLabs SoundBlaster Audigy2 Soundkarten und dem Kino Atom Mainboard ist kein
grosses Problem, nur den Doppelriser zu organisieren ist die Schwierigkeit. Mein Doppelriser stammte aus einem
Casetronic C137 Gehäuse. Warum zwei Soundkarten? Leider gibt es nur einen wirklichen analogen HiFi Ausgang
(hinterer Lautsprecherausgang: THD 0.0022%) pro Soundkarte. Ich habe ein 3-Wege aktiv System mit Sub,
Low-Mid und Tweeter. Für Low-Mid und Tweeter verwende ich je eine Soundkarte, für den Sub kann ein vorderer
Lautsprecherausgang von einer der zwei Karten benutzt werden. Die Soundkarten gibt es gebraucht für ein paar Euro.
Um zwei Soundkarten gleichzeitig verwenden zu können, verwende ich die KX-Treiber.

 

Materialliste:


Der VIA Doppelriser funktioniert nur mit der grün markierten Jumperbelegung am Kino Atom Board.
An den rot markierten Stellen habe ich jeweils 1,5mm wegschleifen/abfeilen müssen.
Rechts eine Morex MAR121-J Riser Card, die mit keiner Jumperbelegung am Kino Atom läuft.

 


Verbindungsschema der beiden Audigy 2 ZS

 


Es ist empfehlenswert, mit einem Testaufbau die Jumpereinstellungen des Dualrisers zu kontrollieren.
Wenn alles ok ist, die drei Passivkülkörper entfernen und von Wärmeleitpasterückständen säubern.

 


Dann aus einem Karton ein 9x6cm Stück ausschneiden und eine Schablone für den Heatblock
zurechtschneiden, dann mit Hilfe der Schablone den Heatblock aus 4-5mm Alu oder Kupfer anfertigen.
Befestigt wird er mit 2Clips von den entfernten originalen Kühlkörpern. Nun auch noch den kleinen
Heatblock aus dem Heatpipeset anschrauben, darauf achten, dass keine Schraube unten herausragt.
Bei allen Kontaktflächen die Wärmeleitpaste nicht vergessen!

 


Als Seitenteile dient ein Kühlkörper von conrad, welcher mit zwei Schnitten in drei Teile geteilt wird.
Die Schnittkanten sollen eben mit der Kühlrippe sein, die Höhe beträgt dann pro Seite 60mm.
Als Gehäuseblech habe ich ein 0,6mm Niro Blech von einem ausrangierten Mini-Backofen verwendet.
Natürlich kann man auch Alublech verwenden, je nach dem, was vorhanden ist.

 


Die Bodenplatte ist 295mm breit und 290mm tief. Jeweils 5mm von der Breite werden zum
überlappten anschrauben der Kühlkörper verwendet, siehe rote Pfeile. Das herausarbeiten
der Mainboardanschlüsse an der Rückseite ist eine genaue Messarbeit. Wer das Gehäuse
um 15mm insgesamt breiter machen kann, erspart sich das und kann das mitgelieferte I/0
Shield einbauen. Das ist bei einem Wechsel auf ein anderes Mainboard von Vorteil.

 


Mit 6Stk M4x5 Imbusschrauben und 2Stk M3 Linsenkopfkreuzschrauben sind die beiden
Kühlkörper an die Bodenplatte angeschraubt. Rechts die Detailansicht der hinteren Ecke.

 


Das Mainboard habe ich bei den Befestigungsbohrungen auf  4mm aufgebohrt, um es
von unten mit M4 Imbusschrauben mit Beilagscheibe sowie Gegenmutter anzuschrauben.
Die M4 Mutter + Beilagscheibe hat bei mir den richtigen Abstand des Boards zum Bodenblech ergeben.
Niedergeschraubt wird das Board mit 4Stk 30mm Polyamid-Distanzen,
wobei bei den beiden inneren der erste Zentimeter des Sechskantes rundgeschliffen werden muss.
Jetzt kann man auch die Bohrungen für die Soundkartenanschlüsse in der Rückwand sowie für
die drei Polyamid-Abstandhalter für die Soundkarte am Bodenblech fertig stellen.

 


Nun auf jeder Kühlkörperseite einen Heatblock montieren und die Heatpipes ohne zu knicken
in die gewünschte Form zurechtbiegen. Sie sollen halbwegs spannungsfrei mit Wärmeleitpaste
montiert sein. Die Festplatte wird montiert und verkabelt. Bohrungen auf der Rückwand für den
12V-Anschluss sowie Power/Reset Taster nicht vergessen. Auch die Montagebohrungen der
Soundkarten habe ich auf 4mm aufgebohrt. Jetzt kann die untere Soundkarte auf die 3Stk
30mm Polyamid-Abstandhalter aufgesteckt und mit den 20mm Abstandhalter angeschraubt
werden. Das SPDIF Kabel zum verbinden der 2 Soundkarten nicht vergessen.

 


Nun kann auch die zweite Soundkarte mit sanfter Gewalt eingefädelt werden. Angeschraubt wird sie mit
drei M4 Muttern ohne Beilagscheiben.Am rechten Bild der Ein/Aus- Taster.
Ein Probelauf sollte jetzt ohne Schwierigkeiten verlaufen.

 


Nun das CD/DVD Halteblech zurechtbiegen: jeweils 14mm hinten und links aufbiegen
Die 15mm Lasche auf dem linken Foto gibt dem Deckel dann Festigkeit.

 


Angeschraubt wird das Laufwerk mit zwei M2 Schrauben (grüne Pfeile)

 


Fertig zusammengebaut - kompakter geht es ja nicht mehr...

 


Nun den Deckel fertig biegen und den Ausschnitt fürs Laufwerk ausschneiden. Ich habe es leider verabsäumt,
das Gegenstück des Deckels (rote Pfeile) wie in der Konstruktionsskizze nach aussen zu biegen, wo der hintere
Teil des Deckels eingehängt wird. Ich habe beim Bau noch keine Skizze gehabt, wie es in der Skizze gezeichnet
ist wäre es korrekt. Natürlich stimmen die Fotos mit diesem Detail hier auch nicht überein.

 





Der fertige PC gewinnt zwar keine Designerwettbewerbe, dafür ist er recht stabil und klein.

 

KX-Treiber:

Die hier angegebenen Treiber funktionieren nur unter Windows XP/Windows 2000!
Das offizielle Treiberforum dazu ist beim englischsprachigen DriverHeaven.net.
Ich verwende den kxdrv3545b Treiber und folgende Plugins:

Eine gute Pluginseite ist http://www.geocities.com/russell_garber/plug.html

 


Links das DSP der Host-Karte und rechts der Client-Karte. Der MX8 dient nur zur Fehlersuche
(z.B. Gleichstromrückverfolgung). Er kann nach dem erfolgreichen Setup gelöscht werden
oder wie hier einfach nur deaktiviert werden. Zur Wiedergabe der Audiodateien empfehle ich
das leider nur englischsprachige foobar2000. Es ist Freeware und frei konfigurierbar,
braucht wenig Speicher und ist sehr schnell.

Technische Daten:

Abmessungen: Breite 315mm, Höhe 65mm, Tiefe 201mm
Gewicht: 2,503 kg
RAM: 2GB PC2 SODIMM (Kingston KVR533D2S4/2G)
HD: OCZ Core 64GB, 2.5", SATA II (OCZSSD2-1C64G) Betriebssystem: Windows XP mit nlite abgespeckt
 

 

         
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